Rollen tragen, ohne sich mit ihnen zu verwechseln

Rollen tragen, ohne sich mit ihnen zu verwechseln

Kerstin Moser
von Kerstin Moser

Ich habe Rollen. Aber ich bin nicht meine Rollen.

Dieser Satz klingt einfach. Fast selbstverständlich. Vielleicht liegt gerade darin seine Tiefe. Denn im Alltag ist diese Unterscheidung selten so klar, wie sie auf den ersten Blick wirkt.

Manche Rollen wähle ich bewusst. Andere wachsen mir zu. Manche werden mir zugeschrieben, lange bevor ich entscheiden kann, ob sie zu mir passen und manche trage ich bereits so lange, dass ich kaum noch bemerke, dass es Rollen sind.

Partnerin und Partner. Freundin und Freund. Führungskraft. Mitarbeitende. Beratende. Expertin und Experte. Verantwortliche. Mensch.

Rollen geben Form. 

Sie machen Beziehung möglich. Sie helfen, Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu finden und sich in unterschiedlichen Kontexten sinnvoll zu bewegen. Ohne Rollen wäre Zusammenarbeit kaum möglich. Auch Nähe braucht Rollen. Auch Familie. Auch Freundschaft. Auch Gesellschaft.

Gleichzeitig haben Rollen eine stille Macht.

Sie wirken nicht nur nach außen. Sie wirken auch nach innen. Eine Rolle verändert, wie andere mich sehen. Sie beeinflusst, wie ich angesprochen werde. Sie prägt, was ich von mir selbst erwarte. Sie kann meinen Körper straffen, meine Stimme verändern, meinen Blick auf die Situation formen. Manchmal reicht ein Raum, ein Name auf einem Türschild, eine bestimmte Sitzordnung, eine Erwartung im Blick des Gegenübers, und etwas in mir nimmt die vertraute Haltung ein.

Was hier wirkt, ist Kontext. Ich bin nicht einfach Führungskraft, Tochter, Beraterin oder Verantwortlicher. Ich bin es in einem Kontext. Gegenüber bestimmten Menschen. Unter bestimmten Erwartungen. Erst dadurch bekommt eine Rolle ihre konkrete Bedeutung.

„Kontext ist die Gesamtheit der Umstände, die einer Situation einen Sinn verleihen. Dazu gehören insbesondere Rahmenbedingungen, kulturelle Aspekte, individuelle Lern- und Lebenserfahrungen, Rollen und dergleichen mehr. Dieselbe Situation wird aus unterschiedlichen Kontexten heraus sehr verschieden wahrgenommen und bewertet.
Daher ist es wichtig, den Kontext oder besser die relevanten Kontextelemente mitzudenken und gegebenenfalls auch mit anderen Menschen zu vergemeinschaften.
Dazu gehört auch die explizite Klärung von Erwartungen, wie beispielsweise Rollen.“
-Heiko Veit

Kontext ist damit mehr als der äußere Rahmen einer Situation. Er ist der Sinnraum, in dem eine Rolle überhaupt Bedeutung bekommt. Eine Rolle entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie wird durch Kontext geformt, gestaltet und begrenzt.

Dieselbe Rolle kann in verschiedenen Kontexten sehr Unterschiedliches bedeuten. Führung in einem hierarchischen Unternehmen ist nicht dasselbe wie Führung in einem selbstorganisierten Team. Tochter sein ist nicht einfach Tochter sein. In jeder Familie bekommt diese Rolle ihre eigene Bedeutung, geprägt durch Erwartungen, Loyalitäten und unausgesprochene Regeln. Beratende sein in einem klar beauftragten Prozess ist nicht dasselbe wie Beratende sein in einem Feld, das eigentlich Rettung erwartet.

Die Frage, die öffnet

Eine hilfreiche Frage lautet daher: Wodurch wird es in diesem Kontext sinnvoll und verständlich, dass ich oder andere gerade diese Rolle einnehmen? Diese Frage öffnet etwas. Sie zeigt, dass ich nicht einfach in einer Rolle bin. Ich bin in einem Kontext, der eine bestimmte Rolle nahelegt, einlädt, fordert oder absichert. 

Manchmal weist mir ein Kontext eine Rolle zu, bevor ich sie wähle. Die, die alles hält. Die, die es wissen muss. Die Vermittelnde. Der Verantwortliche. Die Starke. Der Ruhige. Die Kümmernde. Die, die nicht ausfällt.

Das ist nicht falsch. Rollen sind nicht das Problem. Sie sind notwendig. Sie geben Form, machen Verantwortung sichtbar und ermöglichen verlässliches Handeln. Manche Rollen nehme ich bewusst ein. Manche wachsen mir zu. Manche werden mir zugeschrieben. Manche werden von außen erwartet, eingefordert oder gesellschaftlich so stark an mich herangetragen, dass sich die Frage nach Wahlfreiheit erst viel später überhaupt stellt.

Dann geht es nicht zuerst darum, innerlich freier zu werden. Dann geht es zuerst darum, die Bedingungen zu sehen, die diese Rolle erzeugen, stabilisieren und mich in ihr halten. Manchmal so deutlich, dass ich nicht einfach anders handeln kann. Nicht, weil mir Bewusstsein fehlt. Sondern weil der äußere Kontext eine andere Bewegung erschwert, mit Konsequenzen verbindet oder verunmöglicht. Entwicklung bedeutet dann nicht einfach: Ich löse mich von meinen Rollen. Entwicklung bedeutet eher: Ich erkenne, wo ich eine Rolle bewusst trage. Wo ich in sie hineingewachsen bin. Wo ich mich mit ihr verwechsle. Wo ich sie brauche. Wo sie mich schützt. Wo sie mich begrenzt. Wo sie mir zugewiesen wird. Wo ich mich ihr nicht einfach entziehen kann.

Manchmal fülle ich eine Rolle aus. Manchmal füllt sie mich aus. Manchmal trage ich sie. Manchmal trägt sie mich. Manchmal wird sie mir umgelegt. Manchmal hält sie mich fest, obwohl ich längst spüre, dass etwas in mir weitergehen will.

Mantel und Hülle

Ich mag dafür die Bilder des Mantels und der Hülle. Ein Mantel ist eine Rolle, die ich bewusst anziehe, weil eine Situation ihn ruft. Er gibt Form. Er macht sichtbar. Er schützt vielleicht auch. Manchmal hilft er mir, in eine Aufgabe hineinzuwachsen. Manchmal erinnert er andere daran, wofür ich in diesem Moment stehe. Ich kann ihn ablegen, wenn die Situation vorbei ist.

Eine Hülle hat sich um mich gelegt. Langsam. Oft unbemerkt. Sie hat einmal geschützt. Sie hat mich durch Zeiten getragen, in denen ich sie brauchte. Sie liegt so nah an meiner Haut, dass ich sie kaum noch als etwas erkenne, das nicht ich selbst bin.

Manchmal aber ist es weder Mantel noch Hülle. Manchmal ist es eine Rolle, die mir von außen zugeschrieben wird. Andere sehen mich durch sie. Sie sprechen mich durch sie an. Sie erwarten von mir, dass ich ihr entspreche. Der Kontext reagiert auf mich, als wäre diese Rolle selbstverständlich.

Dann ist die Frage nicht nur: Verwechsle ich mich mit dieser Rolle? Die Frage ist auch: Wer hält mich in dieser Rolle? Was würde geschehen, wenn ich ihr nicht entspreche? Welche Konsequenzen hätte es, mich anders zu zeigen? Welchen Preis hätte eine andere Bewegung?

Ein Mantel ist nicht meine Haut. Eine Hülle behauptet, sie zu sein. Eine zugeschriebene Rolle kann noch etwas anderes tun: Sie kann von außen so stabilisiert werden, dass ich mich ihr nicht allein durch innere Klarheit entziehen kann. Vielleicht zeigt sich das daran, dass ich nicht mehr wählen kann.

Die Schwelle zur feineren Wahrnehmung

An solchen Stellen entsteht eine Schwelle. Nicht die Schwelle aus der Welt heraus. Nicht die Bewegung weg von Beziehung, Verantwortung oder Kontakt. Eher die Schwelle zu einer genaueren Wahrnehmung dessen, was mich bindet, formt und ruft. Es gibt eine Form innerer Freiheit, die nicht aus weniger Rollen entsteht. Sie entsteht aus einem bewussteren Umgang mit ihnen. Diese Freiheit ist nicht kühl. Sie macht nicht distanziert. Sie führt nicht aus Verbindung heraus. Eher im Gegenteil. Sie kann Verbindung vertiefen, weil weniger Verwechslung im Raum ist.

Doch innere Freiheit reicht nicht immer. Manchmal kann ich innerlich klarer werden und äußerlich trotzdem gebunden bleiben. Manchmal sehe ich genauer, was ich anders möchte, und erkenne zugleich, dass ich es in dieser Rolle, in diesem Kontext, zu diesem Zeitpunkt nicht einfach anders tun kann.

Das ist keine Niederlage der Entwicklung. Es ist Teil der Wahrheit. Ich kann Tochter sein, ohne nur Tochter zu sein. Ich kann führen, ohne mich vollständig über Führung zu definieren. Ich kann beraten, ohne retten zu müssen. Ich kann Verantwortung übernehmen, ohne mich selbst zu verlieren. Ich kann lieben, ohne mich aufzulösen. Ich kann widersprechen, ohne die Verbindung abzubrechen. Manchmal kann ich genau das noch nicht.

Nicht, weil ich es nicht verstanden habe. Sondern weil eine Rolle, ein Kontext, eine Abhängigkeit oder eine Beziehung mehr hält, als sich durch Einsicht allein lösen lässt. Ich kann aus einer Rolle wahrhaftig handeln, ohne mich an ihr festzuklammern. Aber ich kann nicht jede Rolle allein dadurch verwandeln, dass ich sie innerlich durchschaue.

Das ist ein anderer innerer Raum. Ein Raum, in dem ich wahrnehmen kann, was gerade geschieht. Nicht nur im Kopf. Auch im Körper. In der Stimme. Im Atem. In der Enge oder Weite. Vielleicht wird etwas fest. Vielleicht entsteht Druck. Vielleicht taucht der Wunsch auf, mich zu beweisen. Vielleicht meldet sich die Angst, nicht zu genügen. Vielleicht kommt eine alte Bewegung zurück: Ich muss das halten. Ich darf nicht schwach sein. Ich muss wissen. Ich muss funktionieren. Ich muss die Beziehung sichern.

Der nächste Schritt ist nicht, sofort besser zu reagieren. Der nächste Schritt ist: innehalten und wahrnehmen. Nicht um mich zu bewerten. Nicht um mich zu optimieren. Sondern um zu spüren, was wirklich geschieht. Ich kann wahrnehmen, was in mir geschieht, ohne es sofort für mein ganzes Selbst zu halten.

Das verändert etwas. Nicht spektakulär vielleicht. Eher leise. Ein kleiner Abstand entsteht. Ein Moment, in dem ich nicht automatisch werde, was gerade in mir auftaucht. Dort beginnt nicht immer Wahlfreiheit. Manchmal beginnt dort zuerst Wahrhaftigkeit.

Was gehört gerade zur Rolle? Was gehört zu mir als Person? Welcher Kontext ruft hier was? Welche Erwartung steht im Raum? Welche Erwartung habe ich übernommen, ohne sie zu prüfen? Was wird auf mich projiziert? Was wird mir zugeschrieben? Was will ich wirklich verantworten? Was ist alte Prägung? Was ist gegenwärtige Aufgabe? Was ist strukturelle Begrenzung? Was ist gesellschaftliche Erwartung? Wo verwechsle ich mich gerade mit etwas, das ich zwar erlebe, aber nicht bin? Wo kann ich handeln? Wo nicht? Wo hätte eine andere Bewegung einen Preis, den ich nicht übergehen darf?

Diese Fragen schaffen keine schnelle Lösung. Sie öffnen einen Pfad. Sie zeigen nicht nur, wo ich frei bin. Sie zeigen auch, wo ich gebunden bin. Rollen können Verantwortung tragen. Sie können auch Anpassungsdruck spiegeln. Manchmal beides in einer. Deshalb braucht es nicht nur Rollenklarheit. Es braucht Rollen- und Kontextgewahrsein.

Rollenklarheit

Rollenklarheit fragt nach Auftrag, Verantwortung und Grenze einer Rolle.

  • Wofür bin ich in dieser Rolle zuständig? Wofür aber auch nicht?
  • Welche Erwartungen gehören zu dieser Rolle? ... und welche Erwartungen werden an die Rolle herangetragen, gehören aber nicht zu ihr?
  • Welche Entscheidungen, Rechte, Pflichten und Grenzen sind mit dieser Rolle verbunden?

Rollenklarheit hilft, die funktionale und verantwortungsbezogene Seite einer Rolle zu verstehen.

Rollengewahrsein

Rollengewahrsein fragt nach meiner inneren Beziehung zu einer Rolle.

  • Was macht diese Rolle mit mir?
  • Und wie verändert sie mein Sprechen, Spüren, Denken und Handeln?
  • Wo gibt sie mir Form? Wo gibt sie mir Halt? Wo verengt sie mich? Wo verwechsle ich mich mit ihr? Wo nehme ich mehr auf mich, als zur Rolle gehört? Wo schützt sie mich? Wo hält sie mich fest?

Rollengewahrsein hilft, die leibliche, emotionale und biografische Wirkung einer Rolle wahrzunehmen.

Kontextgewahrsein

Kontextgewahrsein fragt nach den Bedingungen, unter denen eine Rolle entsteht, wirkt und begrenzt wird.

  • Welcher Kontext ruft diese Rolle hervor?
  • Wer weist sie mir zu?
  • Welche Erwartungen, Machtverhältnisse, Abhängigkeiten, Normen, Geschichten und unausgesprochenen Regeln wirken mit?
  • Was ist in diesem Kontext möglich? ... und was ist nicht möglich? ... und was wäre möglich, hätte aber einen Preis?
  • Wo habe ich Spielraum? aber auch wo nicht?

Kontextgewahrsein hilft, den Sinn-, Macht- und Möglichkeitsraum zu verstehen, in dem Rollen Bedeutung bekommen.

Erst im Zusammenspiel dieser drei Blickrichtungen wird sichtbar, ob ich eine Rolle bewusst trage, ob ich mich mit ihr verwechsle, ob sie mich schützt, ob sie mich begrenzt oder ob ich von außen in ihr gehalten werde.

Rollen- und Kontextgewahrsein ermöglichen nicht immer Wahlfreiheit.Manchmal zeigen sie zuerst, wo Wahl gerade nicht möglich ist oder nur unter Bedingungen, die nicht leichtfertig übergangen werden dürfen. Sie unterbrechen den Automatismus nicht dadurch, dass ich sofort anders handeln kann. Sie unterbrechen ihn dadurch, dass ich klarer sehe, was wirkt: in mir, zwischen uns und um uns herum. Vielleicht entsteht daraus ein Spielraum oder auch erst die ehrliche Erkenntnis, dass der Spielraum kleiner ist, als ich gehofft hatte.

Beides ist bedeutsam. Denn beides führt aus der Verwechslung heraus. Ich bin nicht einfach unfrei, weil ich zu wenig bewusst bin. Manchmal bin ich gebunden, weil der Kontext bindet. Weil eine Rolle Verantwortung trägt. Weil Macht wirkt. Weil Zugehörigkeit auf dem Spiel steht. Weil Abhängigkeit real ist. Weil ein System bestimmte Bewegungen erschwert oder verhindert.

In Organisationen ist das besonders bedeutsam. Es geht oft um Zuständigkeiten, Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Das ist notwendig. Es reicht nicht. Menschen füllen Rollen nicht mechanisch aus. Sie bringen ihre Geschichte mit. Ihre Muster. Ihre Empfindlichkeiten. Ihre Sehnsucht nach Anerkennung. Ihre Erfahrung mit Macht. Ihre Beziehung zu Autorität. Ihre Angst vor Ausschluss. Ihre Fähigkeit zu vertrauen.

Menschen sind keine Rollenroboter.

Sie sind persönlich anwesend, auch wenn nicht alles Private geteilt werden muss. Diese Unterscheidung ist zentral. Persönlich heißt: Ich bin als Mensch beteiligt. Privat heißt: Nicht alles gehört in jeden Raum. Gerade deshalb können Rollen- und Kontextgewahrsein Orientierung schaffen. Weil klarer wird, von wo aus jemand spricht und in welchem Kontext.

Als Führungskraft. Als Kollegin. Als Experte. Als Betroffene. Als Verantwortlicher. Als Mensch mit einer Grenze.

Wenn diese Ebenen unbewusst ineinanderlaufen, entstehen Missverständnisse. Wenn sie bewusst werden, entsteht Orientierung. Manchmal auch Entlastung.

Vielleicht kann eine Führungskraft sagen:

Ich spreche gerade in meiner Führungsverantwortung und treffe diese Entscheidung. Gleichzeitig interessiert mich, wie sie bei Dir ankommt und was Du brauchst, um damit arbeitsfähig zu bleiben.

Vielleicht kann eine Beratende sagen:

Ich merke, dass ich gerade in die Rolle rutsche, es lösen zu wollen. Ich halte kurz inne und frage lieber: Was braucht der Prozess jetzt wirklich?

Hier zeigt sich etwas ... sie machen sichtbar, was sonst im Verborgenen wirkt. Reife heißt nicht, keine Rollen mehr zu brauchen.

Reife heißt auch nicht, jede Rolle frei wählen oder jederzeit ablegen zu können. Reife beginnt manchmal damit, genauer zu sehen, welche Rollen ich bewusst trage, welche ich übernommen habe, welche mich schützen, welche mich begrenzen und welche mir so zugewiesen werden, dass ich mich ihnen nicht einfach entziehen kann.

Das gilt nicht nur in Organisationen. Es gilt auch in Partnerschaften, Familien, Freundschaften und gesellschaftlichen Räumen. Auch dort legen sich Hüllen um mich: Stark sein. Verlässlich sein. Kümmern. Unabhängig sein. Den Frieden halten. Wissen. Vermitteln. Alles aushalten.

Manche dieser Hüllen haben mich einmal geschützt. Manche haben mir Zugehörigkeit geschenkt. Manche waren notwendig, um durch bestimmte Zeiten zu kommen. Gleichzeitig kann irgendwann eine Schwelle erreicht sein, an der etwas in mir fragt:

Trägt mich diese Rolle noch ...oder hält sie mich fest? Vielleicht beginnt genau in diesem Moment etwas Neues .... nicht mit dem Abwerfen aller Rollen ... stattdessen mit einem bewussteren Wahrnehmen. Ich nehme wahr, was mich ruft. Ich prüfe, was wirklich zu mir gehört. Ich erkenne, was mir zugeschrieben wird. Ich sehe, wo ich handeln kann. Ich sehe auch, wo ich nicht handeln kann, jedenfalls nicht ohne Folgen. Ich löse, was lösbar ist. Ich würdige, was gerade noch nicht lösbar ist. Ich bleibe in Beziehung, ohne mich zu verlieren. Je bewusster ich meine Rollen wahrnehme, desto klarer kann ich durch sie handeln.

Nicht außerhalb der Welt. Nicht ohne Verantwortung. Nicht ohne Bindung. Nicht ohne Kontext. Mitten darin. Ich habe Rollen. Aber ich bin mehr als meine Rollen.


Kerstin Moser
Kerstin Moser
Hier teile ich Gedanken zu verschiedenen Themen, die mich bewegen und Fragen, die unter der Oberfläche liegen. Ohne fertige Antworten, aber mit offenem Blick, Klarheit und Neugier. Vielleicht findest Du hier etwas, das Dich berührt.
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